Sind bei der SAB 200 Arbeitsplätze in Gefahr?

Veröffentlicht am 01.11.2014 in Arbeitsgemeinschaften

Sind bei der SAB 200 Arbeitsplätze in Gefahr?

Kreis Göppingen. Die SPD-Arbeitsgemeinschaften für Frauen und Arbeitnehmer (ASF und AfA) treibt die Sorge um, dass 200 Betreuungs- und Arbeitsplätze verloren gehen könnten, wenn kein Ausweg aus der Finanzierungslücke der gemeinnützigen Staufen-Arbeits- und Beschäftigungs GmbH (SAB) gefunden wird.

Wie Geschäftsführerin Karin Woyta einer Delegation der beiden SPD-Arbeitsgemeinschaften aus dem Kreis Göppingen erläuterte, sei eine Sicherung der Arbeitsplätze sowohl für beschäftigte Langzeitarbeitslose als auch für das Stammpersonal der SAB nicht mehr nachhaltig gewährleistet.

 

Die Situation des gemeinnützigen Unternehmens mit Sitz im Jebenhausener Waldeckhof wird sich im Jahr 2015 massiv verschärfen, wenn die Finanzierungslücke von etwa einer halben Million Euro nicht geschlossen werden kann. „Wir erwarten von der Politik, dass sie sich diese Situation bewusst macht und unverzüglich wirksame Maßnahmen zur Rettung der Arbeitsplätze für schwer vermittelbare und jugendliche Arbeitslose unternimmt“, sagte der AfA-Kreisvorsitzende Klaus-Peter Grüner, Süßen.

„Es ist erfreulich, dass sich der Arbeitsmarkt insgesamt stabilisiert hat, dies darf aber nicht dazu führen, dass die Förderung von Langzeitsarbeitslosen mit Handicaps so massiv zurück gefahren wird, wie es Frau Woyta offen gelegt hat“, stellte die ASF-Vorsitzende Dr. Heide Kottmann, Eislingen, fest. „Gelingt es nicht, das Finanzdelta der SAB gGmbH zu schließen, hat das ansonsten allseits gelobte und ausgezeichnete Projekt leider keine Zukunft mehr“, resümierte Kottmann.

Hauptfinanzier der SAB war in der Vergangenheit das Jobcenter, also der Bund, dem jedoch für diese Maßnahmen nur noch weniger als die Hälfte der bisherigen Mittel zum Einsatz im Landkreis Göppingen zur Verfügung stehen, so Woyta. Ebenfalls seien sinnvolle Maßnahmen im Zuge der sogenannten Instrumentenreform gestrichen worden, sodass beispielsweise die sozialpädagogische Begleitung und sinnvolle Qualifizierung entfielen. 


SAB-Geschäftsführerin Woyta  hob besonders hervor, dass entgegen gelegentlicher Behauptungen aus der Politik trotz fast unerreichbarer Vorgaben die durchgeführten Qualifikationsmaßnahmen der SAB sehr erfolgreich waren, denn in 17 Jahren seien über 1000 Menschen in reguläre Arbeitsverhältnisse vermittelt worden. Dabei sei in der Arbeit der SAB immer sehr gezielt und geduldig auf die individuellen Verhältnisse der Probanten eingegangen worden. 

Nach wie vor seien sehr innovative und individuell betreute Maßnahmen erforderlich, so Woyta, um nachhaltige Vermittlungserfolge durch die Sozialunternehmen erzielen zu können. „Es genügt nicht, wenn uns allenthalben Preise und Auszeichnungen überreicht werden, ohne unsere Arbeit auch finanziell nachhaltig zu untermauern“, hob Woyta kritisch hervor. Die Arbeit der gemeinnützigen Sozialunternehmen müsse von der Gesellschaft und der Politik mehr gefördert und auf das frühere Niveau zurückgeführt werden.

„In den  Integrationsbemühungen für die von der SAB betreute Personengruppe darf nicht nachgelassen werden“, sagte AfA-Kreischef Grüner weiter. Heide Kottmann ergänzte, dass ohne intensive Förderung Integrationserfolge ausblieben und ein vermehrter Rückfall in dauerhafte Arbeitslosigkeit zu befürchten sei. ASF und AfA beabsichtigen, einen Förderkreis zu bilden, der auf den politischen Ebenen eine Änderung der seit Jahren restriktiven Förderungspolitik anstreben soll.

Die SAB gGmbH betreibt mehrere Projekte wie Gartenbau und Landwirtschaft, einen Hofladen und ein Hofcafé, in Geislingen eine Fahrradwerkstatt, das Suppentöpfle mit Regionlädle in der Göppinger Innenstadt und mehrere weitere Maßnahmen, die zum Teil vom Europäischen Sozialfonds der EU gefördert werden. „Gerade aber die Beschaffung dieser Mittel erfordert einen überdurchschnittlichen bürokratischen Aufwand“, beschrieb Woyta eines ihrer aktuellen Probleme.